Growth Mindset fördern

Jan 24, 2026

Growth Mindset - Warum Kinder es unbedingt entwickeln sollten

Stell dir ein Kind vor, das am Küchentisch sitzt und verzweifelt an einer Matheaufgabe knobelt. Schon zum dritten Mal radiert es seine Antwort weg. Frust steigt auf, die Augen füllen sich mit Tränen. Und dann passiert etwas: Statt aufzugeben, atmet es tief durch und sagt leise: „Ich kann das noch nicht.“

Dieser kleine Satz macht den Unterschied. Denn er öffnet die Tür zu Hoffnung, Entwicklung und Lernen. Willkommen in der Welt des Growth Mindset.

Was ist ein Growth Mindset?

Die Psychologin Carol Dweck hat in jahrzehntelanger Forschung gezeigt, dass unsere Überzeugungen über unsere Fähigkeiten entscheidend sind. Menschen mit einem Fixed Mindset glauben: „Ich bin eben so – entweder begabt oder nicht.“ Fehler fühlen sich für sie wie Beweise des Scheiterns an.

Menschen mit einem Growth Mindset dagegen denken: „Ich kann dazulernen. Talente und Intelligenz sind nicht festgelegt, sondern wachsen durch Übung, Einsatz und gute Strategien.“ Rückschläge sind für sie keine Sackgasse, sondern Umleitungen auf dem Weg zum Ziel.

Warum macht das Growth Mindset so einen Unterschied?

Fehler als Sprungbrett

Eine Lehrerin erzählt: „Früher haben meine Schüler Fehler am liebsten versteckt. Heute haben wir eine ‚Fehlerwand‘ im Klassenzimmer. Jedes Mal, wenn jemand einen Fehler macht, den wir gemeinsam verstehen können, kommt er an die Wand. Am Ende der Woche feiern wir, was wir daraus gelernt haben.“

Das verändert alles: Fehler werden zum Motor des Lernens.

Mehr Durchhaltevermögen

Im Sport sieht man es am deutlichsten. Ein Kind, das beim Schwimmen immer wieder Wasser schluckt, aber glaubt: „Mit Training werde ich besser“, bleibt dran. Das andere, das denkt: „Ich bin halt unsportlich“, steigt irgendwann aus.

Freude am lebenslangen Lernen

In einer Welt, die sich durch Digitalisierung und KI rasant verändert, ist Lernbereitschaft wichtiger denn je. Wer ein Growth Mindset hat, sieht Neues nicht als Bedrohung, sondern als Chance. 

Growth Mindset in der Schule – ein Paradigmenwechsel

Schule war lange geprägt von einem starken Fokus auf Leistungsmessung, Notenvergleichen und auf ständige Vergleiche: „Wer ist besser?“

Doch wenn Kinder lernen, dass es nicht um Talent, sondern um Einsatz und Strategien geht, um die Frage, wie sehr sie sich bemühen, wie sehr sie bereit sind, Fehler als Helfer anzusehen, verändert sich die Kultur.

  • Feedback auf den Prozess: „Du hast wirklich eine clevere Methode ausprobiert“ wirkt nachhaltiger als „Du bist so schlau.“

  • Erfolge feiern: Kleine Fortschritte sichtbar machen („Vor einer Woche konntest du das noch nicht – heute schon!“).

  • Mut zur Lücke: Schüler dürfen Fragen stellen, ohne ausgelacht zu werden.

Eine Grundschullehrerin erzählte mir von einem „Mut-Buch“: Immer wenn ein Kind etwas ausprobiert, das es vorher nicht konnte, wird es eingetragen. Nach einigen Wochen ist das Buch voller kleiner Geschichten, die Zeugnis von mutigem Ausprobieren ablegen, von Wachstum – von kleinen Reifungs- und Entwicklungsschritten, die die Kinder stolz machen. Das ist Wachstum „in action“. Das fördert die Entwicklung eines Growth Mindsets.

Growth Mindset in Familien – wie Eltern es stärken können

Auch im Familienalltag macht ein Growth Mindset den Unterschied:

1. Sprache bewusst einsetzen

Statt „Du bist halt kein Mathe-Typ“ lieber: „Mathe kann knifflig sein – aber je öfter du dich damit beschäftigst, desto leichter wird es dir fallen.“

2. Lernprozesse sichtbar machen

Frag beim Abendessen nicht nur: „Welche Note hast du bekommen?“, sondern: „Was hast du heute Neues ausprobiert?“, oder: „Wobei bist du heute drangeblieben, auch wenn es schwierig war?“

3. Geschichten von Wachstum erzählen

Kinder lieben Geschichten. Erzähl von berühmten Persönlichkeiten, die Rückschläge überwunden haben – von Thomas Edison, der tausend Mal an der Glühbirne scheiterte, oder Astrid Lindgren, deren Bücher anfangs abgelehnt wurden.

4. Vorbild sein

Wenn Eltern selbst laut sagen: „Das habe ich noch nie gemacht, aber ich probiere es aus“ oder „Da habe ich einen Fehler gemacht, und so habe ich daraus gelernt“, spüren Kinder, dass Wachstum normal ist.

5. Erfolge gemeinsam feiern

Nicht nur gute Noten oder Siege, sondern auch Mut, Durchhaltevermögen oder Kreativität verdienen Applaus.

Growth Mindset und Positive Education – Hand in Hand

Das Growth Mindset ist eng verbunden mit den Säulen von Positive Education:

  • Positive Emotions: Freude am Lernen, auch wenn es schwierig ist.

  • Engagement: Vertiefung und Flow, weil man glaubt, dass Anstrengung lohnt.

  • Relationships: Kinder unterstützen sich gegenseitig beim Wachsen.

  • Meaning: Lernen bekommt Sinn – es ist mehr als nur eine Note.

  • Accomplishment: Erfolge werden bewusst wahrgenommen, nicht nur das Endergebnis.

  • Vitality: Durch ein positives Mindset bleiben Kinder motiviert und energiegeladen.

Fazit

Ein Growth Mindset ist mehr als eine pädagogische Methode. Es ist eine Haltung zum Leben.
Es verändert, wie wir mit Schwierigkeiten umgehen, wie wir uns selbst sehen und wie wir anderen begegnen.

Und es beginnt mit einem kleinen Wort: „noch.“

  • „Ich kann das noch nicht.“

  • „Wir haben die Lösung noch nicht gefunden.“

  • „Du hast dein Potenzial noch nicht ausgeschöpft.“

Dieser Satz schenkt Hoffnung, Mut und Zukunft.

Entdecke das Geheimnis

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